Der nackten Wahrheit Wesen

Jene Nacktheit, deren Wesen keines Stoffes Bedeckung meint, entzieht sich der Gewohnheit des Verbergens. Alles Schützende fällt dort, wo des eigenen Seins Berührung keiner Begründung mehr bedarf. Der Worte Kleid wird dünn, des Erklärens Halt verliert seine Festigkeit, des Wissens Schutz vermag der offenen Fläche keinen Namen mehr zu geben.

Ungeschützt steht der Mensch vor jenem, was weder beschönigt noch verworfen werden kann. Des Stolzes Zierde ebenso entkleidet wie der Scham Verhüllung, verliert sich die Möglichkeit, dem Erkannten eine gefälligere Gestalt zu schenken. Kein fremdes Urteil vermag jene Blöße zu bedecken, deren Empfindsamkeit im eigenen Spüren liegt.

Der Wahrheit Wesen zeigt sich dort, wo nichts mehr zwischen Betrachtendem und Betrachtetem ruht. Rau mag der Boden sein, kalt der Fels, leer jene Hand, die zuvor des Haltens gewohnt. Doch gerade des Unbedeckten Offenheit gewährt dem Berührenden seine unmittelbare Nähe.

Jene Entblößung fordert keinen Beweis. Sie stellt weder aus noch aus sich heraus zur Schau. Sie verbleibt.

Des Schutzes ledig wird Wahrheit nicht größer.

Sie wird sichtbar.

Motiv C – Selbst-Lüge & Maske

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