Jedwedes Leben hinterlässt Spur, lange bevor des Endes Nähe sichtbar wird. Nicht des Erreichens Höhe allein trägt Bedeutung, nicht des Leistens Maß bestimmt, was eines Tages im Erinnern verbleibt. Vieles, dem der Mensch Gewicht verlieh, verliert sich im Fortgang der Zeit, während scheinbar Geringes tief im Erlebten ruht.
Des Sinnes Frage erhebt sich selten dort, wo alles gelingt. Sie berührt in jenen Augenblicken, in welchen des Gewohnten Sicherheit einen Riss erhält und das bisher Wichtige seine Selbstverständlichkeit verliert. Dann zeigt sich, wie wenig des Lebens Fülle an seiner Menge gemessen werden kann.
Ein Blick kann tragen. Eine Berührung kann bleiben. Ein stilles Dasein vermag mehr Tiefe zu hinterlassen als manches laut vollbrachte Werk. Jener Sinn fügt sich keiner Rechnung und keinem Ziel. Er ereignet sich im gelebten Augenblick, im Zugewandten, im Wahrgenommenen, im kaum Beachteten.
Wer des Lebens Wert erst am Ende sucht, übersieht leicht jene kleinen Spuren, die längst durch jeden Tag führen. Das Blatt am Ast fragt nicht nach seiner Dauer. Es nimmt Licht, Wind und Regen auf, während seine Farbe sich unmerklich wandelt.
Des Sinnes Nähe liegt im Lebendigen selbst.
Noch hängt das Blatt am Zweig.
Motiv E – Tod & Vergänglichkeit